Barockspitzen

Zu den Barockspitzen gehören die Ragusaspitze, die Gimpenspitze,
die Mailänderspitze und die Reliefspitze.
 

Ragusaspitze

 
Die Ragusaspitze ist eine Weiterentwicklung der gotischen Flechtspitze.
Statt der Flechter wird ein Leinenschlagbändchen geklöppelt. Anstelle des üblichen Nadelsteckens werden nur Umkehrschläge gearbeitet.
Schmückendes Element sind die großen Ösen, die durch Umpflechten der Ragusanadeln entstehen.
Die Musterung ist sehr spitz, abstrakte und symmetrische Blumen und Blattgestaltung, meist wechsel von einer grossen und kleinen Zacke.
 
 

Guipurespitze - Gimpenspitze

 
Guipure ist die französische Bezeichnung für Spitzen ohne Grundspitze.
Es ist eine sehr freie Mustergestaltung möglich.
Das Hauptmerkmal dieser Spitze ist die Gimpenschnur, die auf dem Muster aufliegt und die geschwungenen Formen betont.
Durch die Gimpenschnur ist die Wirkung nicht spitzenhaft, sondern eher Posamentenborten ähnlich.
 
 

Mailänder Spitze

 
Die Mailänder Spitze besteht aus einem gleichmäßig breiten Leinenschlagbändchen.
Im Bändchen können sich kleine Hohlräume befinden.
Am Rand des Bändchens befindet sich eine Art Hohlsaum, der mit den Rändern der gegenüberligenden Bändchen mit Stegen oder einem Grundnetz verbunden ist.
Die Bandornamente bestehen aus stilisierten Motiven.

Reliefspitze

 
Die Reliefspitze ist ein typischer Vertreter der Barockspitze und ist die ausdruckvollste Spitze.
Hauptmerkmal ist das Relief, das in ab- und anschwellenden Formen die natüralistischen Blatt- und Blütenformen umrandet. Die Hauptformen werden meist mit Halbschlag und Leinenschlag ausgeführt, dazu kommen viele Formschläge, Ziernetzpartien und Picots (Zänkelchen).
Durch das Relief wird eine "Plastizität" erreicht, und damit eine gute Fernwirkung.
 
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